"Der Bunzlauer Topf" - Ansichtskarte um 1930



Bunzlauer Keramik hat eine lange Tradition. Bis zum Jahr 1680 war die Bunzlauer Keramik nichts Besonderes und unterschied sich nicht von den anderen Töpferprodukten. Aber durch die Entdeckung, daß sich der Ton bei einer hohen Temperatur nähmlich bei 1340 Grad brennen ließ, trat eine Wende ein. Die Eigenschaft der Feuerfestigkeit hob und hebt die Keramik von anderen Produkten ab.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich in und um Bunzlau zahlreiche Produktionsstätten. Unter Gottlieb Altmann erreichte Bunzlauer Keramik im 19. Jahrhundert seinen Höhepunkt in der künstlerischen Gestaltung. Altmann erhielt vom preußischen König Wilhelm IV. für seine Arbeiten ein Ehrendiplom und 1844 in London die Goldmedaille für seine Keramiken. Bis 1945 wurde dann in Bunzlau und Umgebung vorallem Gebrauchsgeschirr hergestellt, welches weit über Landesgrenzen von Schlesien hinaus berühmt wurde.

Seit 1945 heißt Bunzlau Boleslawiec und ist Teil der Republik Polen. Seit den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts wird Bunzlauer Keramik wieder in großen Mengen hergestellt und wird größtenteils unter dem polnischen Namen Bunzlaus: "Boleslawiec" vertrieben. Bemalt werden die Erzeugnisse auch heute noch in einer einmaligen Stempeltechnik in Handarbeit die nur für Keramik aus Bunzlau charakteristisch ist. Deshalb beinhaltet auch jedes Geschirr die schöpferische Arbeit eines Menschen.